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Gewos: 612.000 Wohnimmobilienkäufe 2026, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr

Das Gewos-Institut erwartet für 2026 rund 612.000 Kauffälle bei Wohnimmobilien, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr, bei einem Umsatz von knapp 211 Milliarden Euro (minus 2 Prozent). Die Zahl der Transaktionen fällt stärker als der Umsatz, weil die Preise stabil bleiben und die Zinsen bei 4,25 Prozent die Nachfrage dämpfen. Für Maklerbüros bedeutet das weniger Abschlüsse bei gleichem Aufwand.

Von Sven Ahlborn, Redaktion Maklernation: Markt, Regeln, Projekte, Finanzierung, Köpfe der Immobilienwirtschaft

Der Markt für Wohnimmobilien schrumpft 2026 bei der Zahl der Abschlüsse stärker als beim Umsatz. Nach der Prognose des Hamburger Gewos-Instituts, über die ad-hoc-news am 17. September berichtet, werden in diesem Jahr rund 612.000 Wohnimmobilien den Eigentümer wechseln, 4,4 Prozent weniger als 2025, als es etwa 640.000 waren. Der Umsatz sinkt um 2,0 Prozent auf knapp 211 Milliarden Euro.

Die Schere zwischen Fallzahl und Umsatz erklärt sich aus stabilen bis leicht steigenden Preisen: Wer kauft, zahlt mehr, aber es kaufen weniger. Als Bremse nennt der Bericht die Bauzinsen, die bei zehn Jahren Sollzinsbindung bei 4,25 Prozent liegen; die FMH-Finanzberatung erwartet bis zu 4,5 Prozent. „Steigende Bauzinsen dämpfen die Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeimmobilien nachhaltig“, heißt es in der Auswertung. Dass auch große Bestandshalter die Lage spüren, zeigt Vonovia: Der operative Cashflow fiel im ersten Halbjahr 2026 um 30 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro, der operative freie Cashflow um 45 Prozent auf 608 Millionen Euro.

Die Prognose steht im Einklang mit dem IVD-Wohn-Preisspiegel, nach dem sechs von zehn Maklern längere Vermarktungszeiten als im Vorjahr melden, und mit dem ImmoScout-Befund, dass die Nachfrage sich vom Kauf in die Miete verlagert.

Was das für Makler heißt

612.000 Abschlüsse bundesweit sind die Bezugsgröße für die eigene Planung: Ein Büro, das 2025 seinen Anteil gehalten hat, verliert 2026 rechnerisch jeden 23. Abschluss, und bei längeren Vermarktungszeiten steigt der Aufwand je Abschluss. Die Konsequenz ist nicht mehr Akquise, sondern bessere Vorqualifizierung von Käufern und ehrlichere Preisgespräche mit Verkäufern; Objekte, die zum Wunschpreis eingestellt werden, binden Kapazität ohne Provision. Für 2027 lohnt der Blick auf die Zinsprognosen; dreht die EZB, dreht auch die Fallzahl.

Quelle

Laut Maklernation

„Das Gewos-Institut erwartet für 2026 rund 612.000 Kauffälle bei Wohnimmobilien, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr, bei einem Umsatz von knapp 211 Milliarden Euro (minus 2 Prozent). Die Zahl der Transaktionen fällt stärker als der Umsatz, weil die Preise stabil bleiben und die Zinsen bei 4,25 Prozent die Nachfrage dämpfen. Für Maklerbüros bedeutet das weniger Abschlüsse bei gleichem Aufwand.“

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